Wie hoch ist dein Wert Teil 2


Anna kommt am Montag ins Büro. Sie holt sich einen Kaffee und setzt sich an ihren Schreibtisch. Während sie wartet, dass ihr Computer hochfährt, kommt Klaus in ihr Büro. Anna merkt wie sie sich anspannt und sofort in Verteidigungshaltung geht, obwohl er noch gar nichts gesagt hat.

Laut Organigramm sind sie auf der gleichen Hierarchiestufe, also absolut gleichberechtigt, er ist Vertriebsleiter, sie Leiterin des Innendienstes. Warum schafft Klaus es trotzdem jedes Mal, dass sie sich minderwertig fühlt? Bei jedem ihrer Gespräche gibt er ihr mehr oder weniger subtil zu spüren, dass er und sein Team viel mehr Wert für die Firma haben als sie. Das ist auch der Grund, weshalb immer wieder Aufgaben, die keiner gerne macht bei ihr landen und sie lässt es zu und ärgert sich darüber.


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Familientreffen: Hans fährt gut gelaunt zu seinen Eltern. Er hat in den letzten Wochen, seit er

beschlossen hat sich selbständig zu machen, so viel geschafft. Seine neue Homepage ist endlich online und er hat viele Komplimente dafür erhalten. Ein bisschen wurmt es ihn schon, dass sich von seiner Familie bisher niemand dafür interessiert hat, doch heute kann er sie ihnen ja zeigen. Er hat extra sein Notebook mitgenommen. „Dann werden sie schon sehen, dass ich das Richtige tue“, denkt er.


Gleich nach der Begrüßung erzählt ihm seine Mutter mit unüberhörbarem Stolz, dass sein Bruder befördert worden ist und nicht nur mehr Gehalt, sondern auch einen Firmenwagen bekommen hat.

Dann fragt sie ihn, wie es ihm geht und Sorge schwingt in ihrer Stimme mit. Hans lässt sich nicht irritieren und erzählt voller Begeisterung, von seiner Homepage und dass er schon erste

Interessenten gewinnen konnte.


„Bist du dir sicher, dass es eine gute Entscheidung war, dafür deinen sicheren Job hinzuschmeißen?“ fragt seine Mutter.

Hans antwortet aufgebracht: „Hörst du mir überhaupt zu? Hast du nicht mitbekommen, wie unzufrieden ich schon lange Zeit war und dass der Job alles andere als sicher war, seit die Firma immer wieder überlegt Personal abzubauen? Es wird ein bisschen dauern, bis mein Unternehmen anläuft. Was auf jeden Fall jetzt schon besser ist als früher, ich bin endlich wieder zufrieden und arbeite mit Freude.“

„Mit Zufriedenheit wirst du keine Rechnungen bezahlen können“ kontert seine Mutter und setzt dann noch eins drauf „schau einmal wie erfolgreich dein Bruder ist….“


Hans merkt, wie seine Begeisterung schwindet und die Selbstzweifel wieder stärker werden.


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Petra hat alles vorbereitet. Sie hat sich einen Gesprächseinstieg überlegt, eine Telefonliste

vorbereitet und ihren Kalender geöffnet. Doch sie kann sich nicht überwinden anzurufen. Gedanken wie: „was ist, wenn ich störe, wenn ich einfach so anrufe?“, „wie werden die Leute reagieren“…

hindern sie daran…


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Franz weiß, dass er nur noch 3 Wochen Zeit hat, um mit seinem Chef über eine Gehaltserhöhung zu sprechen, denn in seiner Firma ist es üblich, dass Gehaltserhöhungen immer mit Jahresanfang gegeben werden.

Ich frage ihn immer wieder „hast du schon einen Termin?“ Die Antworten variieren: „Mein Chef war diese Woche nur 2 Tage im Büro, da wollte ich ihn nicht auch noch belästigen.“ Oder „Meinst du wirklich, dass ich mir extra einen Termin ausmachen soll, so wichtig ist

es jetzt auch wieder nicht, ich kann ihn ja einmal bei einem Kaffee fragen.“


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Bevor ich dir verrate, was alle 4 für einen besseren Gesprächsverlauf tun können, lade ich dich zu einem Selbstcheck ein.

  • Verwendest oder denkst du häufig Wörter wie: ich störe; ich bin nur….; so wichtig ist es jetzt auch nicht, ich will ja niemanden belästigen?

  • Findest du für andere Entschuldigungen, wenn sie keine Zeit für dich haben bzw. fragst du sie gleich gar nicht, weil dein Anliegen eh nicht so wichtig ist?

  •  Hast du öfter das Gefühl, dass du anderen „unterlegen“ bist, weil sie mehr wissen, eine bessere Ausbildung haben, mehr Erfahrung, mehr Erfolg, einen besseren Job….?

  •  Rufst du nicht an, weil du stören könntest?

  •  Ärgerst du dich manchmal, wie andere mit dir sprechen, doch du lässt es zu, weil du willst ja keinen Streit?

  •  Sagst du bei Gesprächen/Diskussionen öfter nichts, weil du dir denkst, das interessiert sowieso niemanden?

  •  Lässt du dich schnell von anderen verunsichern?


Wenn du bei deinem Selbstcheck nur einmal „ja“ gedacht oder genickt hast, dann ist es Zeit etwas zu ändern, weil du es dir wert bist (und auf jeden Fall wert sein solltest!!!)


Löwen essen mit Löwen und sie essen Schafe.

Wer willst du sein?

Der einzige, der dich zum Schaf oder zum Löwen macht, bist du.


Dein 3 Schritt-Löwenprogramm

1) Raus aus der Opferhaltung

Überleg dir, wenn du dich und deine Bedürfnisse nicht wichtig nimmst, warum sollten es andere tun?

Das Beispiel von Franz: wenn er seinem Wunsch nach einer Gehaltserhöhung, keine Priorität gibt, aus welchem Grund sollte es sein Chef tun?

Wenn du etwas für dich willst, dann ist es wichtig

Wie oft, hast du in der Vergangenheit auf Dinge verzichtet, weil es „eh nicht so wichtig ist“. Das kommt auch häufig im Privaten vor, wenn du wieder einmal darauf verzichtest, regelmäßig zum Sport zu gehen, dich mit Freunden zu treffen,… weil du für deine Familie da sein musst. Du machst dich damit zum Opfer.

Überlege wie kann es funktionieren, wessen Unterstützung brauchst du?


2) Wirf deine Selbstzweifel über Bord

Ich gebe zu, das ist ein schwieriger Punkt. Denk an das Beispiel von Hans, der gerade noch gut gelaunt und motiviert ist und durch die Bedenken seiner Mutter wieder an seiner Entscheidung zweifelt.


Vielleicht kennst du auch Menschen, die dich immer wieder zum Zweifeln bringen. An dir, deinen Fähigkeiten, deinen Entscheidungen,…


Hier helfen folgende Fragen:

Stimmt das, was der andere sagt?

Kann er meine Situation wirklich nachvollziehen?

Sehe ich das auch so?

Will ich mich davon beeinflussen lassen?


Manchmal ist eine kritische Betrachtung von außen gut, um mögliche Fehler zu vermeiden. Und oft haben diese Einwürfe nichts mit dir zu tun. Es können Ängste des anderen sein, auch Neid, weil du dich etwas traust, wovon der andere immer nur geträumt hat.


Wenn du deine Selbstzweifel abgelegt hast, gibt es keinen Grund mehr, wütend oder unsicher zu werden, wenn jemand deine Entscheidung, deine Fähigkeiten, deine Kompetenz anzweifelt. Es ist dann einfach die Sichtweise des anderen. Jeder hat ein Recht auf seine Sichtweise und der andere hat einfach nicht alle Informationen, die du hast. Es liegt dann an dir, ihn zu informieren, oder es einfach so zu belassen.


3) Sei dir deines Wertes bewusst

Wie definierst du deinen Wert? Was macht ihn aus? Sind es bestandene Prüfungen, Erfahrungen, Ausbildungen, Erfolge? Ist es wie du mit anderen Menschen umgehst?


Was macht einen Mensch zu einem wertvollen Menschen?

Die Zahl der Ausbildungen? Ich kenne genügend Menschen, die haben unzählige Ausbildungen absolviert und haben noch immer das Gefühl zu wenig zu können.


Der Erfolg? Ich kenne auch Menschen, die von anderen als sehr erfolgreich gesehen werden und selbst unzufrieden mit ihrer Leistung sind.


Es ist wichtig, dass du deinen Wert erkennst:

Schreib alles auf, was dich als Mensch ausmacht, was dich genau zu der wundervollen,

einzigartigen Person macht, die du bist. Lies dir das regelmäßig durch, du kannst es dir auch

aufhängen, damit du es immer wieder vor Augen hast.


Sei dir jeden Tag bewusst, wie besonders, wie einzigartig du bist.


Und du wirst zur Löwin/zum Löwen


Wenn du dir deines Wertes bewusst bist, strahlst du es aus. Lass dich überraschen, welche

Auswirkung dieses Bewusstsein auf deine Gesprächsergebnisse hat. Vielleicht auch interessant für dich auf YouTube: Wie du endlich dein volles Potential lebst


Sei du, sei einzigartig, sei wertvoll

Alles Liebe

Birgit


PS: wenn du dir Unterstützung wünscht, zum Thema Selbstwert, oder weil du das Gefühl hast nur noch zu funktionieren, dir mehr Lebenskraft und Lebensfreude wünscht, dann nütze das kostenlose Beratungsgespräch.